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Man kennt Audioguides vor allem aus Museen. Sie geben einem zu verschiedenen Stationen interessante Zusatzinformationen, die man über ein Gerät oder einen fest stationierten Lautsprecher anhören kann. Audioguides sind individuell nutzbar, ohne dass man sich - wie bei einer Führung - an bestimmte Zeiten oder eine bestimmte Geschwindigkeit halten muss. Jeder kann die Informationen in seinem Tempo anhören.

Anders als bei Infotafeln wird bei Audioguides nicht der Seh-Sinn, sondern der Hör-Sinn angesprochen, was für im Alltag als Abwechslung angenehm sein kann.

Auch in der Schule sind Audioguides aufgrund der genannten Vorteile gut nutzbar. Egal ob "Museumsrundgänge" (Info-Stationen) zu bestimmten Themen erstellt werden, die Kunstwerke der Schüler auf den Gängen kommentiert werden oder das Schulgebäude selbst an verschiedenen Stationen erklärt wird - Audioguides sind vielseitig einsetzbar. Auch Themen direkt aus dem Unterricht können in Form von Stationen aufbereitet werden, sodass am Ende ein multimedialer Rundgang mit z.B. Bildern, Texten und einem Audioguide durch das Mittelalter oder die verschiedenen Weltreligionen möglich ist.

Doch wie kann man solche individuellen Audioguides mit Schülern produzieren? Das können Sie im Folgenden lernen.

 

Altersgruppe: ab 12 Jahren

Themengebiet: Sprache, Naturwissenschaft, Musik und Ästhetik

Kategorie: Medien machen

Material:

  • Aufnahmegerät
  • Audioschnittprogramm (z.B. Audacity, Anleitung siehe Downloads)
  • Internetzugang: Nutzung der Plattformen Audiyou.de und qrcode-generator.de
  • Drucker zum Ausdrucken von QR-Codes

 

 

1 Arbeitsschritt 1: Themenfindung

Wie bei jedem Projekt beginnt auch das Produzieren von Audioguides mit der Themenfindung.

 

Ihr könnt bei euren Überlegungen entweder

  • von bestimmten Orten ausgehen, die ihr mit Hilfe von Audioguides beschreiben möchtet, ODER
  • von einem Thema ausgehen, das ihr später an verschiedene Orte/Stationen knüpft (z.B. ein Stationen-Rundgang in der Aula).

 

Überlegt euch ein sinnvolles Thema was sich in mehrere Stationen unterteilen lässt und legt fest, welche Stationen es geben soll.

2 Arbeitsschritt 2: Audio-Elemente festlegen

Überlegt euch nun, welche Elemente euer Audioguide enthalten soll. Er muss nicht, wie manchmal im Museum, nur aus Text bestehen, sondern kann kreativ gestaltet werden. Ihr könnt außer dem Sprechertext Hintergrundgeräusche (Atmo), Originaltöne (z.B. Interviews/Aussagen von Experten) oder Musik benutzen um euren Audioguide interessanter zu machen. Diese werden alle getrennt aufgenommen, um die Dateien besser abstimmen und bearbeiten zu können.

Welche Elemente ihr benutzen wollt hängt davon ab, welchen Stil euer Audioguide haben soll. Ihr könnt ihn ähnlich wie ein Audio-Feature gestalten (Stil eines Radiobeitrags), ein Experteninterview zum Hauptbestandteil machen oder aber nur Sprechertext und Hintergrundmusik verwenden - diese Entscheidung bleibt euch überlassen. Ihr müsst euch allerdings zu Beginn auf einen Stil einigen, um festlegen zu können, welche Elemente ihr braucht. Im Folgenden wird von einem Audio-Guide im Stil eines Audio-Features/Radiobeitrags ausgegangen, einer relativ komplexen Form (kann vereinfacht werden).

Schreibt euch eine Liste, welche Geräusche ihr aufnehmen wollt. Wenn ihr Interviews oder Expertenaussagen einbinden wollt, sucht euch geeignete Gesprächspartner und vereinbart Termine mit ihnen.

3 Arbeitsschritt 3: Geräusche und Interviews aufnehmen

Bevor wir den eigentlichen Sprechertext schreiben und aufnehmen, ist es sinnvoll zuerst alle anderen Töne aufzunehmen. Wenn wir dann wissen, welche Geräusche wir gefunden haben und was unsere Interviewpartner genau gesagt haben, können wir den Sprechertext als einen roten Faden so schreiben, dass er alle anderen Elemente verbindet.

Wir nehmen also nun zuerst Hintergrundgeräusche, einzelne Klänge und Interviews auf, und suchen die passende Musik aus. Wenn es um einen Krieg geht, können zum Beispiel Kanonengeräusche aufgenommen (bzw. nachgespielt) werden. Eine Anleitung zum imitieren von Geräuschen findet ihr unter Downloads. Wenn ihr einen Audioguide über euer Schulgebäude plant, nehmt Atmo-Geräusche auf dem Pausenhof oder in der Mensa auf, die ihr nachher hinter den Sprechertext legen könnt um den Audioguide realistischer zu machen.

Wenn ihr ein Interview führt, bereitet euch gut darauf vor. Wichtig sind dabei deutliches Sprechen, Fragetechniken (keine geschlossenen Fragen) und Spannungsbogen im Interview (mit leichten Fragen einsteigen). Tipps zum Führen von Interviews findet ihr im Dokument "Interview als Podcast" über den Download-Button.

Macht euch mit dem Aufnahmegerät vertraut und nehmt alles auf, was ihr braucht.

4 Arbeitsschritt 4: Aufnahmen sortieren

Wenn die Aufnahmen gemacht sind, ladet die Dateien auf euren PC. Überlegt euch, welche Stellen und Geräusche so interessant sind, dass ihr sie im Audioguide verwenden wollt. Beschränkt euch auf die besten Aufnahmen, denn die fertigen Stationen sollten nie länger als wenige Minuten zum anhören dauern.

Da wir später mit dem Audioschnittprogramm Audacity arbeiten ist es sinnvoll, die Dateien gleich damit anzuhören und zu sortieren.

5 Arbeitsschritt 5: Sprechertexte schreiben

Nun kann der Sprechertext (=die Moderation) geschrieben werden, der wie ein roter Faden durch's Thema führt. Er sollte alle Elemente verbinden, die im Audio-Feature vorkommen sollen.

Alle anderen Elemente können kreativ gekürzt und in ihrer Reihenfolge verändert werden. Interviews werden z.B. selten ganz abgespielt, sondern die interessanten Stellen werden herausgepickt und durch Sprechertexte mit anderen Elementen (z.B. Hintergrundgeräuschen) verbunden.

Dieser Arbeitsschritt ist sehr komplex. Es müssen gleichzeitig die bisherigen Aufnahmen durchstöbert, geschnitten und angeordnet werden, und sinnvolle Sprechertexte um diese Elemente herum geschrieben werden. Es kann dabei sehr kreativ vorgegangen werden und ganz verschiedene Ergebnisse können entstehen.

6 Arbeitsschritt 6: Sprechertexte aufnehmen

Nehmt nun die Sprechertexte auf. Auch dazu sind Vorübungen, zum Beispiel Sprechübungen, sinnvoll.

7 Arbeitsschritt 7: Schneiden

Nun müssen die einzelnen Dateien geschnitten werden und zu einer zusammenhängenden Datei gemacht werden. Dazu verwenden wir das kostenlose Audioschnittprogramm Audacity (Anleitung siehe Downloads), in das sich jeder einfach einarbeiten kann. Audacity kann auch schon beim Anhören und Sortieren der Aufnahmen, verwendet werden.

Jede aufgenommene Audio-Datei wird in Audacity als einzelne Tonspur angezeigt. Diese Spuren lassen sich nun kürzen, Teile können herausgeschnitten werden (z.B. Störgeräusche/Versprecher etc.) und Ton-Stücke können verschoben werden. Wie in der Grafik dargestellt, besteht der fertige Audio-Beitrag später dann aus verschiedenen Tonstücken, die sinnvoll aneinander/nebeneinander angeordnet sind.

Welche Reihenfolge gewählt wird, hängt dabei ganz vom Geschmack der Produzenten und den verfügbaren Audio-Dateien ab. Es gibt kein Richtig oder Falsch, beim Bearbeiten kann sehr viel Kreativität einfließen.

8 Arbeitsschritt 8: Upload auf Audiyou.de

Nach dem Schneiden speichern wir die fertigen Beiträge im MP3-Format ab. Nun wollen sie für andere Menschen verfügbar machen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir empfehlen die Arbeit mit der Plattform Audiyou.de. Alternativ oder ergänzend werden unten zwei andere Möglichkeiten vorgestellt.

 

Upload auf Audiyou.de: Wir laden die Beiträge auf die externe Plattform Audiyou.de ins Internet. Die Seite Audiyou.de ist für das Erarbeiten von Audioguides in besonderem Maße geeignet, da sie mehrere Funktionen enthält:

  • Sie bietet ein passendes Format für den Upload von Audio-Guides: Mehrere Audio-Dateien können auf einer Seite zusammengefasst gespeichert und direkt auf der Homepage mit einem integrierten Player abgespielt werden. Trotzdem wird zu jeder Tondatei ein eigener Link generiert (Voraussetzung für das Erstellen von einzelnen QR-Codes). Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Stationen des Audio-Guides in einer Karte einzutragen. So wissen die Nutzer, wo sie den nächsten QR-Code finden.
  • Audiyou.de fungiert nebenbei als Tauschplattform für Geräusche, Gema-freie Musik und Textaufnahmen. Schüler können einzelne Geräusche oder Musik von der Plattform downloaden und als Hintergrundgeräusche nutzen (Arbeitsschritt 3).
  • Audiyou ist schülerfreundlich und einfach zu bedienen.

Einen Audioguide in Audiyou.de anzulegen, ist gar nicht so schwierig. Ihr braucht dazu einen Benutzeraccount und müsst euch einloggen. Beim Upload folgt ihr der Beschreibung "Audioguides auf Audiyou" unter Downloads.

 

Alternativ gibt es folgende Möglichkeiten, die produzierten Audio-Dateien zugänglich zu machen:

MP3-Player: wir nummerieren die Beiträge und laden sie auf einen MP3-Player, den man ausleihen kann. Bei den jeweiligen Stationen muss dann ein Schild angebracht sein, das die Station kenntlich macht und anzeigt, welche Nummer auf dem MP3-Player abgespielt werden muss. Diese Variante eignet sich auch gut zur Ergänzung der vorgeschlagenen Methode (Audiyou + QR-Codes), falls nicht alle Nutzer ein Smartphone mit QR-Code-Reader besitzen oder es nur eingeschränkt Internetempfang gibt. 

Schulhomepage: Wir stellen die Beiträge auf die Schulhomepage anstatt auf Audiyou zum Download bereit. Ob sich diese Variante anbietet, hängt von den Möglichkeiten (Speicherkapazitäten etc.) der Schule ab. 

9 Arbeitsschritt 9: QR-Codes erstellen

Nachdem die Dateien auf eine online-Plattform (Audiyou) hochgeladen sind, können wir nun einen QR-Code erstellen.

QR-Codes sind quadratische Codes, hinter denen sich ein Link zu einer Homepage verbirgt. Fast jedes Smartphone/Tablet kann mit einem entsprechenden QR-Code-Reader (kostenlos als App) solche QR-Codes scannen und öffnen. Der Nutzer wird dann mit seinem Smartphone direkt zur entsprechenden Homepage geleitet, ohne extra einen Link eingeben zu müssen.

Deshalb eignen sich QR-Codes optimal als Bestandteil von Audioguides. Sie können kostenlos online generiert werden. Beispielsweise könnt ihr die Seite qrcode-generator.de nutzen. Dort fügt ihr einfach den Link einer Audio-Datei von Audiyou ein, klickt auf "QR-Code generieren" und druckt den entstandenen Code auf Papier aus.

 

Der Code, den Audiyou generiert, ist ein Iframe Code (rote Umrandung). Man darf für den QR-Generator allerdings nur die reine URL benutzen (gelb markiert, zwischen den ersten beiden Anführungszeichen): <iframe src="www.audiyou.de/player/audiotour-de-lndle-7517/oP/1.html" frameborder="0" scrolling="no" width="388" height="60"></iframe>

 

Die Nutzung von QR-Codes hat den Vorteil, dass ihr keine extra Geräte für eure Audio-Guides anschaffen müsst (wie im Museum), sondern jeder Nutzer sein eigenes Gerät benutzen kann. Für den Fall, dass nicht alle Nutzer ein Smartphone besitzen oder es keinen guten Internetempfang in eurem Gebiet gibt, könnt ihr ein paar MP3-Player mit den entsprechenden Dateien ausstatten und zum Ausleihen zur Verfügung stellen. 

10 Arbeitsschritt 10: Stationen ausstatten

Als letzten Schritt müsst ihr eure Stationen für andere Menschen kenntlich machen. Dazu eignet sich ein großes Schild oder ein Plakat mit der Nummer und dem Namen der Station und dem ausgedruckten QR-Code. Wenn ihr wollt könnt ihr die Station auch noch mit Bildern verschönern oder einen kurzen Infotext schreiben. Denkt daran, die Stationen wetterfest zu gestalten, falls sie im Freien sein sollen (einlaminieren/ wasserfeste Farben etc.).

Wenn nicht alle Stationen in sichtbarer Reichweite voneinander sind, ist es sinnvoll, einen Plan zu anzufertigen, auf dem alle Stationen eingezeichnet sind. Nur so wissen die Nutzer, wo sie die nächste Station finden. Audiyou.de hat eine integrierte Karten-Funktion, auf der die einzelnen Stationen eines Audioguides eingetragen werden können. Diese kann einfach ausgedruckt und an die Nutzer verteilt werden. Alternativ können eigene Pläne und Karten erstellt werden.

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