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Kalle ist fünf Jahre alt, als er seine Eltern verliert. Die Oma, 67-jährig, nimmt ihn auf. "Du bist Kalle und ich bin Oma. Du bist klein und ich bin alt. Das ist der Unterschied. Sonst gibt's keinen". So einfach freilich ist das Miteinander nicht für die beiden. Härtling erzählt, wie es ihnen dennoch gelingt, erzählt vom Alltag, von kleinen Reibereien, erzählt von kindlichen Bedürfnissen und großmütterlichen Sorgen, die sich hinter rauem Ton verbergen, erzählt von unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben, auf Großmutters Gestern und das Heute. Doch die beiden lieben sich innig; und Kalle lernt, dass nicht nur er die Großmutter, sondern die Großmutter auch ihn braucht. Letztendlich aber wird Kalle allein zurechtkommen müssen. Doch das deutet Härtling - tröstlich - vorerst nur an. - Es ist ein leises, anrührendes Buch, will in Ruhe aufgenommen werden; auch diese ungekürzte Autorenlesung, die ohne dramatische Effekte in Handlung und Erzählweise auskommt. Nur kurze authentisch klingende, kurze Monologpassagen der Großmutter, die von Gabriela Badura gesprochen werden, brechen den ruhigen Lesefluss auf und erweitern ihn. (ge)
Beltz & Gelberg 2006