Sie können die Seite mithilfe Ihres Browsers größer oder kleiner anzeigen lassen. Verwenden Sie dafür bitte STRG + und STRG - .
Mit STRG 0 gelangen Sie wieder zur Ausgangsgröße.
Der MC/CD-Untertitel "Heiße Hits für coole Kids" verrät Zeitgeist. Liedermacher Detlev Jöcker, bisher eher bekannt durch seine populären Lieder für kleinere Kinder, wendet sich nun auch den etwas älteren "Kids" zu und thematisiert mit Pizza und Popcorn, Handy und Taschengeld das, was in dieser Zielgruppe derzeit als "angesagt" gilt. Dabei kommt "Pop Fieber" im gängigen Kinderschlager-Sound daher, der leicht ins Ohr geht. Das passt zu den recht oberflächlichen Texten, die ebenso zum leichten Konsum bestimmt sind. Und um Konsum dreht es sich in den Liedern auch inhaltlich auffällig oft. Dürfen sich Kinder, die kein eigenes Handy besitzen und in der Freizeit weitgehend ohne Kino, Popcorn und Pizzeria auskommen müssen, nicht zu den coolen Kids zählen? Lässt sich dazu nicht mehr sagen als die gesungene Forderung nach mehr Taschengeld? So kommt am Ende die Moral mit "Schenken wir den Kindern doch ein Morgen" nicht gerade überzeugend daher. Der Wunsch nach einer heilen Welt ohne Neid und Streit, in der niemand mehr nach seiner Herkunft gefragt wird, klingt allzusehr nach Lippenbekenntnis, solange die Lieder kaum den Ansatz für eine praktische Umsetzung dazu liefern. Mit Handy, Popcorn und Pizza wird mehr soziale Gerechtigkeit jedenfalls nicht erreicht. (sb)
Menschenkinder 2000